Die dmexco 2017: Weniger Traffic, dafür mehr Intelligenz.

von Sven Adam - Zahlen, Eindrücke und Fotos / 20. September 2017
Die dmexco 2017: Weniger Traffic, dafür mehr Intelligenz.

Rund 40.000 Fachbesucher (20% weniger als 2016), davon 3 von Aclewe (66,6% mehr), zahlten 99 Euro Eintritt (100% mehr) und trafen auf 1.100 Aussteller (8% mehr), die ihre Ideen präsentierten und zeigen, wie der Megamarkt der digitalen Vermarktung (mit 30% erstmals stärkstes Medium im Marketingmix) weiterhin wachsen kann (7% Zuwachs zum Vorjahr).

Künstliche Intelligenz.

dmexco 2017-Robert Geissen

Dieser Rooobääärt ist eher künstlich als intelligent. Soweit nichts Neues. Nicht neu ist auch, dass die altbekannten Platzhirsche Facebook und Google sich nach wie vor den größten Teil des Werbekuchens teilen (zusammen kommen sie auf 70%). Neu ist aber das diesjährige Dominanzthema der dmexco 2017: nicht mehr VR (Virtual Reality) oder AR (Augmented Reality), nicht bloß schnöde Traffic & Performance, sondern echte KI (Künstliche Intelligenz). In der künstlichen Intelligenz sehen alle das große Potential. Denn mehr als 50% der Werbetreibenden setzten in den kommenden zwei Jahren auf das Thema. Später mehr dazu ...

Twitter, die dritte Größe (vielleicht).

dmexco 2017 Tweet

Zunächst Twitter: Auch hier liegt die Hoffnung in der KI. Twitter hofft nun endlich aufzuholen, indem der 140-Zeichen-Dienst seine Nutzerdaten smarter einsetzt und neuen Raum für Werbung schafft. Potential für Twitter gäbe es. So stellte der WPP-Boss Martin Sorell im Gespräch mit Twitter-CEO Jack Doresey gleich am ersten Tag fest, „dass sein Werbeimperium zwar 5,5 Milliarden bei Google und 2,3 Milliarden bei Facebook ausgebe, aber nur ca. 150 Millionen bei Twitter“. Diese Kurznachricht war angekommen. Aber auch wir fänden es ja wirklich besser, gäbe es im Oligopol endlich eine dritte Größe (#twitteriscoming). Zumindest stellte Doresey nochmals klar: "Dank Twitter weiß wenigstens jeder, wie der Präsident der Vereinigten Staaten tickt".

99 Euro Eintritt.

Allein auf der dmexco 2017

Nach den Milliarden nochmals zurück zum zweistelligen Ticketpreis: Die 99 Euro sorgten zwar für weniger Traffic, dafür aber für mehr B2B-Qualität. Gefühlt ging die Strategie auf, denn sogar in der letzten Messestunde waren die Kugelschreiber-Prospekt-Gummibärchen-Auslagen noch prall gefüllt. Give it away! Gut gemacht dmexco. Pure business to do business.

Big Data plus Smart Data gleich KI.

Salesforce auf der dmexco 2017

Jetzt aber zur KI: Kennt ihr Salesforce? Solltet ihr, denn die Amis gehören zu den etablierten Playern unserer datengetriebenen Marketingwelt. Salesforce gibt den Ton an, wenn es um den Zugang zur Künstlichen Intelligenz für Werbetreibende geht. Aber der Reihe nach …

Ask an Expert.

Ask an Expert auf dem Facebook-Stand

Wer wirbt, braucht bekanntlich Daten. Möglichst viele Daten, damit wir auf die Bedürfnisse unserer Kunden zur richtigen Zeit am richtigen Ort passgenau reagieren können. Dieses Big Data ist, dank der Sammeleigenschaften von Facebook Google & Co, mehr als vorhanden. Werden diese Daten nun richtig gemischt und relevant verwertet, entsteht Smart Data.

Alter!

Altersbestimmung auf dem Microsoft-Stand

Was live alles so geht ... Eine echt smarte Demo von Microsoft, wobei die Entwickler von Bing dringend die Betaphase verlassen müssen, denn die 48 schmeicheln mir noch (lange) nicht. Aber faszinierend.

Mensch, finden wir die Suchmaschine?

Der Google-Stand auf der dmexco 2017

Noch smarter wird die Sache, wenn Mensch und Maschine eine Symbiose eingehen. Dann sprechen wir von KI. Die Künstliche Intelligenz, wie gesagt, war das allumfassende Thema der Messe, denn hier steckt Zukunft drin. Ganz viel Zukunft. Und somit Business.

Do (big) Business!

Do business-Das Motto auf der dmexco 2017

Business, KI und andere komplexere Aufgaben ziehen Beratungshäuser an. So wundert es nicht, dass neben den bisherigen Akteuren nun auch Brands, wie Capgemini, Deloitte oder Accenture zur dmexco gehören. Z.B. hat Accenture (das sind die Berater, die gerade eine Digitalbude nach der anderen aufkaufen) einen Prototyp präsentiert, der Marken automatisiert zielgruppenspezifisch in Filmen platziert. D.h. wir werden in naher Zukunft innerhalb ein und desselben Films verschiedene Brands platzieren können. Schauen wir also demnächst die 10. Staffel House of Cards, wird den Apple-Fans ein Frank Underwood präsentiert, der mit dem neuesten MacBook und iPhone XII seinen Intrigen nachgeht. Sind wir überzeugte Microsoft-Nutzer, wird der Präsident auf dem neuesten Surface seine Gegnerstrategien bearbeiten.

TV ist tot.

TV ist tot

Nicht doch, der Klassiker im K-Mix lebt neu auf und kommt dank KI demnächst mit Werbung ohne Streuverluste zurück. Das Zauberwort lautet „Addressable TV“, also gezielte Werbung auf unsere smarten TVs. So wird das alte Einspurmedium zum digitalen Kanal, der dann genauso arbeitet wie der mehrspurige Display-Bereich (vom Sender zum Empfänger zurück zum Sender). Vorbei sind dann auch die Zeiten, wo TV nur den großen Budgets für nationale Ausstrahlungen vorbehalten war. Wollen wir heute Kunden vorm heimischen Apparat erreichen, funktioniert dies gezielt und regional. Wie im Online Media können wir so relevante Kommunikation für die jeweils fokussierte Zielgruppe bieten. Es bleibt spannend. Und es kann nur intelligenter werden, nicht nur im Weißen Haus (#nofakenews).

Das Ende: Snap me, if you can.

Aclewe und Snapchat

Als smarte Jugendliche beenden wir unseren dmexco-Trip, der geprägt war von vielen neuen und inspirierenden Eindrücken, guten Gesprächen und interessanten Kontakten, bei Snapchat. Wo auch sonst. Der Facebook-Herausforderer hat allein in Deutschland 5 Millionen aktive Snaper. Dass hier nur pubertierende 15 Jährige ihr wildes Leben abfeiern, ist eine echte #fakenews. Denn mehr als 60% sind bereits über 18. Was wir hiermit unter Beweis stellen. Und ein abschließendes Bild sagt bekanntlich mehr als … Nächstes Jahr wieder.

Alle Beiträge, Debatten, Diskussionen zum Nachschauen findet ihr als Video on Demand auf der dmexco-Plattform.


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