Neues Google Update „Core Web Vitals“ kommt

Perspektiven

Mit dem neuen Google Update soll sich die Nutzererfahrung im Internet deutlich verbessern. Viele Unternehmen fürchten hingegen um ihre Sichtbarkeit. Was hat es damit auf sich?

Es geht um die Page Experience

Wer kennt das nicht: Man besucht eine Website und wird sofort von unzähligen Bannern belästigt. Erst soll man dem Cookies-Disclaimer zustimmen, dann die Browser Push-Notification abonnieren - und ehe man in der Lage ist, den Inhalt der Seite überhaupt einigermaßen wahrzunehmen, ploppt auch schon das nächste Werbebanner auf und weist auf die neueste Marketing-Aktion des Seitenbetreibers hin. Ganz schön nervig und vor allem: Nutzerunfreundlich!

Nun versucht Google mit einem neuen Update gegenzulenken und die Page Experience zu verbessern. Das ist erst einmal nichts Ungewöhnliches. Suchmaschinen testen, verändern und optimieren regelmäßig ihren Algorithmus mit dem Ziel, die Ergebnisse für Nutzer besser zu machen. Doch viele Unternehmen sind seit der Ankündigung von Google im letzten Jahr nervös. Sie wissen: Eine technische Veränderung geht nicht selten mit einem erhöhten Handlungsbedarf einher. Möchten Unternehmen ihre organische Sichtbarkeit langfristig behalten, müssen sie technische und inhaltliche Anpassungen an ihrer Website vornehmen.

Was ist ein Google Core Update?

Es gibt mehr als 200 Ranking-Faktoren. Das sind Informationen, welche die Suchmaschine nutzt, um die Qualität eines Beitrages bzw. einer Website zu beurteilen. Weil sich sowohl die Technik als auch das Nutzerverhalten aber ändern können, führt Google regelmäßig Änderungen an der Gewichtung seiner Ranking-Faktoren durch. Aspekte, die früher wichtig waren, können plötzlich an Relevanz verlieren und umgekehrt. Jedes Mal, wenn es eine neue Änderung am Algorithmus gibt, spricht man daher von einem Google Update. Bei besonders wichtigen oder weitreichenden Änderungen wird außerdem der Begriff „Core Update“ genutzt.

Neues Update im Juni

In der Vergangenheit fanden viele Google Updates still und leise im Hintergrund statt und wurden mitunter erst Tage oder Wochen später bekannt. Ganz anders verhält es sich beim nun bevorstehenden Update im Juni 2021. Dieses wurde von der Suchmaschine bereits vor Monaten öffentlich angekündigt und wird seitdem in der SEO-Szene ausführlich diskutiert. Bereits diese Tatsache dürfte ein Indiz dafür sein, wie wichtig die Änderung für Website-Betreiber werden könnte. Doch was beinhaltet das Update eigentlich konkret?


Wichtig: Zunächst wurde das Update für Mai 2021 angekündigt, mittlerweile hat Google den Start jedoch auf Juni verschoben. Bis August soll das Update dann komplett ausgerollt sein.

Darum geht es beim neuen Google Update  

Bisher hatte Google stets vier verschiedene Kriterien als offizielle Ranking-Faktoren zur Bewertung einer Website herangezogen:
 

  • - Optimierung für mobile Geräte
  • - Sicherheit beim Surfen
  • - Sichere Datenübertragung per SSL-Zertifikat
  • - Userfreundlicher Einsatz von Werbemitteln


Ab Mai 2021 sollen diese vier Kriterien durch drei weitere Aspekte ergänzt werden - den sogenannten Core Web Vitals. Dahinter steckt die bereits oben andiskutierte Intention von Google, die User Experience nachhaltig zu verbessern. Doch schauen wir uns die drei Aspekte im Einzelnen an:

Largest Contentful Paint 

Der LCP betrifft die Ladezeit des größten Content-Elements. Wie lange dauert es, bis das größte Element im sichtbaren Bereich einer Website gerendert wird? Oder mit anderen Worten: Wie lange es dauert, bis der Hauptcontent einer Seite geladen ist? Ladezeiten unter 2,5 Sekunden werden von Google als „gut“ eingestuft. Ladezeiten bis 4 Sekunden gelten als „ausbaufähig“, während Ladezeiten von mehr als 4 Sekunden als „schlecht“ bewertet werden

First Input Delay

Der FID beschreibt die Zeit zwischen Nutzeraktivität und Browser-Reaktion. Führt ein Nutzer eine Aktion auf der Website aus (z.B.,indem er auf einen Button klickt), wird die Zeit bis zur entsprechenden Ausführung der Aktion gemessen. Auch hier unterscheidet die Suchmaschine in „gut“ (<0,1 Sekunden), „ausbaufähig“ (<0,3 Sekunden) und „schlecht“ (>0,3 Sekunden).

Cumulative Layout Shift 

Der CLS misst die visuelle Stabilität eines Webauftritts. Es wird gemessen, ob und um wie viel sich die einzelnen Elemente einer Seite bei Nutzung verschieben. Während bei einem Wert von <0,1 alles in Ordnung ist, bedarf schon ein Wert von >0,25 der Optimierung.

Ferner hat Google angekündigt, ein eigenes Page Experience-Badge einzuführen. Wie genau dieser aussehen wird, bleibt jedoch erst mal ein Geheimnis.

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Unser bisheriges Fazit 

Viele Google Core Updates führten in der Vergangenheit zu großen Verschiebungen in den Suchergebnissen. Nicht selten verzeichneten Unternehmen neben Einbußen in ihrer Online-Sichtbarkeit auch Einbußen im Umsatz, weil neue Besucher und damit potenzielle Kunden ausblieben. Wie groß die Auswirkungen des Google Page Experience Updates im Mai sein werden, ist umstritten. Auch in der SEO-Szene gehen die Meinungen darüber weit auseinander: Während manche hektisch versuchen, die Ladezeiten ihrer Webseiten bis in den grünen Bereich zu optimieren, sind andere deutlich gelassener. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine große Ankündigung von Google nur wenig spürbare Folgen hätte, schreibt Mario Fischer in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Website-Boosting.

Wie auch immer man selbst die Auswirkungen des bald bevorstehenden Google Updates einschätzt, die eigene Website so nutzerfreundlich wie möglich zu gestalten, wird auch zukünftig nicht von Nachteil sein.


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